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Bekannte Maßnahmen zum Legionellenschutz - Legionellenprophylaxe






Maßnahme Vorteile Nachteile
Thermische Desinfektion - sichere Legionellenabtötung
- keine Chemikalienzusätze
- keine Wuchsbelagsentfernung
- rasche Wiederverkeimung
- völlig ungeeignet für verzinktes Stahlrohr
- Verbrühungsgefahr
- Riesenaufwand
Intermittierende Aufheizung
des Heizkessels auf ∼ 70°C
- Legionellenminimierung im Kessel - keine Wirkung im Leitungsnetz
Temperatur nach DVGW
Heizkessel ∼ 60°C
Warmwasserzirkulation ∼ 55°C
- Legionellenminimierung (Empfehlenswert bei Neuinstallationen) - v i e l f a c h Leitungsüberdimensionierung
- mögliche Erwärmung von Kaltwasserstagnationszonen mit folgender   Aufkeimung
Chlorung (Chlordioxid bildet keine HKW und ist etwa 4x wirksamer als Chlorbleichlauge)
Chlorelektrolyseverfahren Anodische Oxidation
- sichere Abtötung einzelner Legionellen bei Dauereinwirkung:
- keine oder verzögerte Biofilmneubildung
- langfristiger Abbau von Biofilmen
- Depotwirkung
- Chemikalienzugabe
- Legionellen in Biofilmen und Einzellern werden ungenügend abgetötet
UV-Bestrahlung - sichere Abtötung einzelner Legionellen
- keine Chemikalienzugabe
- Legionellen in Biofilm-Partikeln und Einzellern werden ungenügend     abgetötet
- keine Depotwirkung
- kein Biofilmabbau im System
UV-Bestrahlung mit Ultraschallbehandlung wie bei UV-Bestrahlung (Ultraschall soll Legionellen aus Biofilmen und Einzellern zur sicheren Abtötung vereinzeln) wie bei UV-Bestrahlung
- keine Depotwirkung
- kein Biofilmabbau im System
- z u v e r l ä s s i g e Legionellenfreisetzung durch Ultraschall nicht   gutachtlich bestätigt
Peroxid-Verbindungen - Ablösung von Biofilmen - nicht zulässig zur Dauerdesinfektion
Ultra FILTRATION - Endständig oder im System - "Sterilität im Filtrat" - keine Depotwirkung
- kein Biofilmabbau im System
- kostenintensiv
- Druckabfall
- mögliche Material- und Personalfehler

Tabelle 5: Legionellenbekämpfungsmaßnahmen: Vor- und Nachteile; Quelle Dr. Schindler

Die Bekämpfung von Legionellenverkeimungen (16; 17) ist bei Anwendung nur einer Methode meist nicht erfolgreich (Tab. 5). Eine schnelle, voraussagbar erfolgreiche Sanierung gibt es nicht. Maßnahmen, die im Gebäude A Erfolg haben, müssen nicht unbedingt in Gebäude B greifen. Ebenso können gleiche Folgemaßnahmen zur Einhaltung tragbarer geringer Legionellenbelastungen in sehr unterschiedlichen Zeitabständen notwendig sein.
Prinzipiell setzen Maßnahmen voraus, dass auch die Hausinstallation als solche auf den Prüfstand gestellt werden muss. Die verlegten Rohrmaterialien und Leitungswege müssen bekannt sein. Beispielsweise führt die thermische Desinfektion bei feuerverzinkten Eisenleitungen im Warmwasserbereich zu einem enormen Korrosionsproblem. Totleitungen sollten ohne Stauraum glatt vom Strang abgetrennt werden. Daher ist es unbedingt empfehlenswert, Fachfirmen einzubinden.
Eine Sanierung ohne Entfernung von Wuchsbelägen ist nicht Erfolg versprechend. So konnte bei einem Hallenbad gezeigt werden, dass es nach einer thermischen Abtötung, bei der Wuchsbeläge nicht entfernt werden, sondern als Nährboden zurückbleiben, innerhalb von 12 Tagen zu einer Wiederverkeimung bis hin zur ursprünglichen Belastung kam (18).
Auch Chlorungsmaßnahmen sind beim Vorhandensein von Wuchsbelägen in Hinblick auf den nach der TrinkwV zulässigen Dosierungsbereich skeptisch zu betrachten.
Hier ist zu befürchten, dass dem Verbraucher überdosiertes Wasser in unzulässiger Weise oder bei Elektrolyseverfahren mit nicht zulässigen produzierten Stoffen zur Verfügung gestellt werden kann.